SCHULABSENTISMUS VERMEIDEN: FÜR EIN SYSTEM, DAS PRÄVENTION VOR SANKTION STELLT

Positionspapier des Fachausschusses Jugendsozialarbeit und Vernetzung der LAG JSA vom 28.01.2026

Voraussetzungen für eine erfolgreiche Schulbildung sind immer noch stark vom sozialen Umfeld und Wohnort abhängig. Kinder und Jugendliche, die sich in der Schule abgehängt und überfordert fühlen, greifen schlimmstenfalls auf das Mittel des Schulabsentismus zurück und besuchen ihre Schule nicht mehr. Das vom Bund aufgesetzte Start-Chancen-Programm kann ein erster Schritt sein, um dem entgegenzuwirken und benachteiligte Schüler und Schülerinnen besonders zu fördern. Allerdings gehen die Bedarfe weit darüber hinaus, was das Programm leisten kann. Um allen Kindern und Jugendlichen dieselben Chancen zu ermöglichen, müssen alle Schulformen und Schulstandorte bei einer Lösung dieses Problems eingebunden und mitgedacht werden.


Schulbildung ist ein zentrales Fundament gesellschaftlicher Teilhabe, individueller Entwicklung und beruflicher Integration. Sie entscheidet maßgeblich über soziale Chancengleichheit, berufliche Perspektiven und die langfristige Sicherung des Fachkräftebedarfs. Gleichzeitig zeigt sich zunehmend, dass immer mehr junge Menschen in Niedersachsen den Anschluss an schulische Bildung verlieren. Schulabsentismus – verstanden als wiederholtes, unentschuldigtes Fernbleiben vom Unterricht – ist dabei nicht nur Ausdruck individueller Verweigerung, sondern vielmehr Symptom komplexer sozialer und psychischer Problemlagen. Er markiert die Spitze eines Eisbergs, hinter dem sich familiäre Belastungen, psychosoziale Krisen, schulische Konflikte und gesellschaftliche Ausgrenzung verbergen.


Die Folgen sind weitreichend: Schulabsente junge Menschen erlangen seltener Schulabschlüsse, finden schwieriger Zugang zu Ausbildung und Beschäftigung und geraten häufiger in prekäre Lebenslagen. Langfristig entsteht dadurch nicht nur eine individuelle Benachteiligung, sondern auch erhebliche volkswirtschaftliche Folgekosten. Eine solide Schulbildung bleibt die wirksamste Form der Prävention gegen spätere Arbeitslosigkeit, Armut und soziale Desintegration.

 

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Veröffentlichung

Mo, 23. Februar 2026

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