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Was Kinder und Jugendliche während und nach Corona brauchen

Die junge Generation gehört zu den großen Verlierern der Coronapandemie – und dies nicht nur wegen Schulschließungen und Homeschooling. Das zeigen Befragungen von Familien, jungen Menschen und Jugendämtern. Städte und Landkreise müssen neue Konzepte der Kinder- und Jugendhilfe anbieten.

 

Karin Böllert kommt in ihrem Artikel in der neuen caritas zu folgenden Resumee:

 

Politik muss Konsequenzen ziehen

Auch wenn bisher viel geschafft worden ist und das Ende der Pandemie von allen erhofft wird, gilt es, aus den zurückliegenden Monaten Handlungsbedarfe für eine Kinder- und Jugend(hilfe)politik abzuleiten, die hier nur skizzenhaft angeführt werden können:

  • Junge Menschen merken den sozialen Unterschied: Der Bedeutungszuwachs regionaler Disparitäten kommt darin zum Ausdruck, dass die lokale Infrastruktur und ihre niedrigschwellige Erreichbarkeit den Unterschied im Umgang mit der Pandemie ausmachen.
  • Kinder- und Jugendpolitik ist nicht krisenfest: Beteiligung ist kein Selbstzweck. Gerade in der Pandemie ist sie als strukturelle Frage der Generationengerechtigkeit über[1]deutlich geworden.
  • Zugänge der Kinder- und Jugendhilfe sind nicht sekundär: Die Kooperation der Kinder- und Jugendhilfe mit Gesundheitssystem und Schule ist mehr als Schnittstellenmanagement. Gesundheit und Bildung sind ein gemeinsamer fachlicher Auftrag der Kinder- und Jugendhilfe, der lokalen Gesundheitsämter und der Bildungspolitik.
  • Kindertagesbetreuung und Ganztagsbetreuung sind mehr als die Ermöglichung von Erwerbstätigkeit: Kitas, Horte und Schulen sind als Orte von und für Kinder und junge Menschen zu stärken.
  • Kinder- und Jugendarbeit ist mehr als Freizeitbeschäftigung: Angebote der Selbstvergewisserung und Selbstpositionierung junger Menschen müssen gesichert werden
  • Soziale Entkopplung im jungen Erwachsenenalter: Junge Erwachsene brauchen eine lokale Infrastruktur, die ihre Interessen stärkt, anstatt sie durch konkurrierende Förderstrukturen zu zersplittern.
  • Ausblendung der Rechte und Belange behinderter junger Menschen: Das Vergessen und das öffentliche Nichtwahrnehmen der Situation behinderter junger Menschen und ihrer Familien in der Pandemie macht deutlich: Inklusion muss jetzt beginnen.

Quelle: neue caritas 17, 11.10.2021

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Veröffentlichung

Di, 19. Oktober 2021

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