Fachtag „Normalisierung des Ausnahmezustands? Junge Menschen und die psychischen Folgen der Dauerkrise"
27.11.2026 von – Uhr
Viele Fachkräfte erleben derzeit eine ähnliche Entwicklung: Kinder und Jugendliche ziehen sich zurück, wirken erschöpft, unmotiviert oder verweigern die Mitarbeit. Andere reagieren gereizt, impulsiv oder aggressiv. Häufig entsteht dabei das Gefühl, mit bisherigen pädagogischen Ansätzen an Grenzen zu stoßen.
Doch was, wenn hinter diesem Verhalten nicht fehlende Motivation, mangelnde Kooperation oder Widerstand stehen? Was, wenn viele junge Menschen heute nicht in einer schwierigen Phase, sondern in einem dauerhaften inneren Alarmzustand leben?
Pandemie, Kriege, Klimakrise, soziale Medien, Zukunftsängste und gesellschaftliche Unsicherheit prägen die Lebensrealität einer ganzen Generation. Die psychischen Belastungen der vergangenen Jahre sind für viele Kinder und Jugendliche längst keine vorübergehende Ausnahme mehr. Sie beeinflussen Denken, Fühlen, Lernen, Beziehungen und Verhalten.
Der Fachtag lädt dazu ein, die Perspektive zu wechseln: Weg von der reinen Betrachtung auffälliger Verhaltensweisen, hin zu einem tieferen Verständnis der Lebensrealität junger Menschen. Gemeinsam gehen wir der Frage nach, welche psychischen Belastungen sich hinter Rückzug, Verweigerung, emotionaler Instabilität oder Aggression verbergen können und welche Rolle Beziehung, Sicherheit und pädagogische Haltung für die Begleitung junger Menschen spielen.
Neben psychologischen Hintergründen und aktuellen Erkenntnissen stehen praxisnahe Fallbeispiele, gemeinsame Reflexion und konkrete Impulse für den pädagogischen Alltag im Mittelpunkt.
Denn die entscheidende Frage lautet heute oft nicht mehr: „Wie verändern wir das Verhalten?“, sondern: „Was brauchen junge Menschen, um sich wieder sicher, handlungsfähig und verbunden zu fühlen?“
Tagesablauf:
09:30 – 10:00 Ankommen & Einstieg (verschaffen eines Lagebildes aus der Praxis)
10:00 – 11:15: Aktuelle Studienlage – aktuelle Entwicklungen und Häufigkeiten psychischer Krisen etc.
11:15 – 11:30 Pause
11:30 – 12:45 Praxisblock: Psychische Belastungen erkennen, ohne zu diagnostizieren, Methode: „Fallvignetten“
12:45 – 13:45 Mittagspause
13:45-15:30: Workshops:
Workshop 1: Fallwerkstätten: 2 mitgebrachte Fälle der Fachkräfte, die intensiv anhand der kollegialen Fallberatung besprochen werden
Workshop 2: Transferblock: Handlungskompetenzen die im Alltag gestärkt werden können
15:30- 16:00: Abschluss: Gemeinsames Lagebild, nächste Schritte sowie Feedback und Verabschiedung
Anmeldeschluss: 08.05.2026
Tagungsbeitrag: 60,00 Euro
Anmeldeschluss: 27.10.2026
Teilnehmer*innenzahl: max. 40
Zielgruppe
Mitarbeiter*innen aus Pro-Aktiv-Centren und Jugendwerkstätten
Referentinnen
Irina Yavorski
Psychologin (B.Sc.), Coach, Do-zentin an der Hochschule Hannover
Lalitha Chamakalayil
Dipl. Psychologin
Seminaranmeldung
Veranstaltungsort
Freizeitheim Ricklingen
Anne-Stache-Allee 7, 30459 Hannover
Veranstalter
Landesarbeitsgemeinschaft der Jugendsozialarbeit in Niedersachsen (LAG JSA)
Kopernikusstraße 3
30167 Hannover
www.nord.jugendsozialarbeit.de
Veranstaltungsleitung
Susanna Ratke
Tel.: 0172/ 754 67 05
Verwaltung
Ina Samusch
Tel.: 0172/ 754 67 07







